weder Wüste noch Wald

Kunstraum München
25.April – 06. Juni 2021

photography on wallpaper, photography on fabric, jaquard weave, video projection, archival pigment prints

What is photography? The image of an object, an invented image, an object that can be physically experienced, a fleeting, immaterial projection in space, a way of seeing?

Astrid Busch deals with the various aspects of photography, without actually seeing herself as a photographer in the classical sense. Her works refer to found and self-generated images that she encounters in everyday life, which are collected, re-photographed, and transformed – as a whole, in parts, printed on different materials, altered in dimensions. In space, they are staged into site-specific installations where various references can reveal themselves.

The works produced specifically for the Kunstraum München were created in the context of research on planned cities that has been carried out over the course of several years and relate to two different locations. In 2019, Astrid Busch visited Metsamor in Armenia; a planned trip to Brasilia, designed by Oscar Niemeyer, was prevented by the Covid-19 pandemic. Her interest is in the visions, accelerated by new technological developments, of creating new urban worlds for ideal models of society and redefining urban togetherness. In the face of the crisis triggered by the pandemic, lessons from the history of utopian models of thought can take on new meaning. What are the potentials, the dangers, and the insights after the (failed) attempts to realise such utopias in the 1960s?

The results of the artistic approaches to these places are revealed in the analysis of different lighting conditions, materialities, and structures, which are synthesised in expansive installations. In the process, she experiments with a wide variety of image carriers: seemingly immaterial fabrics, woven tapestries, fragile Japanese paper, ephemeral projections, or large-scale photographic wallpapers that impose a new identity on the exhibition spaces and at the same time open up the walls through various perspectives.


Was ist Fotografie? Das Abbild eines Gegenstands, ein erfundenes Bild, ein körperlich erfahrbares Objekt, eine flüchtige, immaterielle Projektion im Raum, eine Art des Sehens? 

Astrid Busch setzt sich mit den unterschiedlichen Aspekten von Fotografie auseinander, ohne sich im klassischen Sinne als Fotografin zu verstehen. Ihre Arbeiten beziehen sich auf vorgefundene und selbsterzeugte Bilder, die ihr im Alltag begegnen, die gesammelt, wieder abfotografiert und transformiert werden – im Ganzen, in Teilen, gedruckt auf verschiedenen Materialien, verändert in den Dimensionen. Im Raum werden sie zu ortsspezifischen Installationen inszeniert, wo sich unterschiedliche Bezüge entfalten könne

Die eigens für den Kunstraum München produzierten Werke sind im Kontext einer seit einigen Jahren durchgeführten Recherche zu Planstädten entstanden und beziehen sich auf zwei verschiedene Orte. 2019 besuchte Astrid Busch Metsamor in Armenien; eine bereits geplante Reise in das von Oscar Niemeyer entworfene Brasilia wurde durch die Covid-19-Pandemie verhindert. Ihr Interesse gilt dabei den durch neue technologische Entwicklungen beschleunigten Visionen, neue urbane Welten für ideale Gesellschaftsmodelle zu erschaffen und das städtische Miteinander neu zu definieren. Angesichts der durch die Pandemie ausgelösten Krise können Lehren aus der Geschichte utopischer Denkmodelle neue Bedeutung erfahren. Worin liegen die Potentiale, die Gefahren und die Erkenntnisse nach den (gescheiterten) Versuchen ihrer Verwirklichung der 1960er Jahre?

Die Ergebnisse der künstlerischen Annäherungen an diese Orte zeigen sich in der Analyse von verschiedenen Lichtverhältnissen, Materialitäten und Strukturen, die in raumgreifenden Installationen synthetisiert werden. Dabei wird mit den unterschiedlichsten Bildträgern experimentiert: immateriell wirkende Stoffe, gewebte Tapisserien, fragil erscheinendes Japanpapier, flüchtige Projektionen oder großflächige Fototapeten, die den Ausstellungsräumen eine neue Identität aufdrücken und gleichzeitig die Wände durch unterschiedliche Perspektiven öffnen.

kuratiert von Patricia Drück