Driven by Dreams

Kunst-Station at the main station Wolfsburg
An exhibition by the Städtische Galerie Wolfsburg, 2020

two pieces wall work
photography on wallpaper, each 235 x 435 cm

Für die Wandarbeit in der Kunststation setze ich mich mit der Architektur der Stadt und vor allem der Autoindustrie auseinander, die das gesamte Stadtbild prägt. Mich interessiert dabei das Spannungsfeld zwischen Atmosphärischem und Architektonischem. So ist eine Installation entstanden, die aus Fragmenten von Autoteilen, Beschriftungen und technischen Gerätschaften zu einer wandfüllenden Arbeit zusammengeführt wurde. Ovale Formen und die zurückgenommen grau Palette der Autolacke bildet dabei die Grundlage. 

An die Grenze zur Abstraktion geführt, vermag man die einzelnen Bildteile kaum mehr zu entschlüsseln. Allein die Assoziation an Technik und Geschwindigkeit bleibt. Dabei beziehe ich den Standort Bahnhof mit seinen Funktionen und Eigenschaften in meine Überlegungen ein: Ordnung und Chaos, Sammlung und Zerstreuung,, Ankommen und Abfahren, Flüchtigkeit und Dauer. Analog zu diesem An- und Abschwellen der Bewegungen im Bahnhof, des Ankommens und Weiterziehens verhalten sich die Besucher, wenn sie die Installation betreten.

Auf zwei gegenüberliegenden Wänden sind in der Kunststation zwei Wandbilder so konzipiert, dass der Betrachter unwillkürlich den Blick zum jeweils anderen Bild wendet. Damit wird vergleichendes Sehen hervorgerufen, man sucht nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten in den beiden Motiven. Der Blick wird dabei in Bewegung versetzt. 

Die Besucher tauchen in eine Rauminszenierung ein, die aus dem Zusammenspiel von Form, Farbe und Licht, von Hell und Dunkel und von Fiktion und Wirklichkeit entsteht. Es entsteht ein Schwebezustand zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen Zwei- und Dreidimensionalität sowie zwischen Statik und Bewegung.

Das Auto wird als widersprüchliches Massenprodukt einbezogen, dessen Innenraum gerne von den Menschen individuell gestaltet wird. Das Auto als fahrender Innenraum, das sich im Aussenraum bewegt. So ist auch der Wartebereich ein Innenraum im öffentlichen Bereich des Bahnhofs. Die Elypsen der Bildmotive bewegen sich scheinbar durch die Scheibe nach außen und von dort wieder zurück.